Tüpfelung

Die Farbzeichnung des Dalmatiners kann verwirren!

Bei der Exterieurbeurteilung eines Dalmatiners ist es nicht ungewöhnlich, dass sogar sehr rassekundige Personen sich durch die Farbzeichnung täuschen lassen.

Um zu zeigen, welche große Bedeutung die Farbzeichnung im Gesamten und die Platzierung der Tupfen im Verhältnis zueinander hat, werden hier in einer exakt gleichen Exterieurkontur 5 Beispiele mit vollständig unterschiedlichen Farbzeichnungen präsentiert.  Sie sind von 1 bis 5 nummeriert.

Die Kontur ist exterieurmässig nicht ganz korrekt, da sie nicht die erstrebenswerten Proportionen hat. Der Hund ist etwas hoch gestellt ( gestrichelte Linie) und hat einen zu kurzen Hals.
Spotting 1

Das Bild hier oben zeigt eine nahezu ideale Farbzeichnung. Wenn die Tupfen so gleichmäßig verteilt sind wie hier, können es auch weniger Tupfen sein. Doch um ein Idealbild zu geben, dürfen sie kaum mehr sein. Der wirklich große Vorteil dieser Farbzeichnung liegt in der einheitlichen Größe der reellen Tupfen.

Es ist interessant zu sehen, wie der feminine Ausdruck durch die schöne Farbeeichnung hervorgehoben wird und dem Hund außerdem einen wachen und intelligenten Ausdruck verleiht. Auf Grund der weniger glücklichen Linie der Nasentupfen, erhält man den Eindruck einer Himmelfahrtsnase, welches jedoch nicht stimmt.

Wenn man einen Dalmatiner beurteilt , muss man die Aufmerksamkeit auf das Verhältnis zwischen Tupfen und Kontur richten, sonst kann man in der Beurteilung durch einen falschen optischen Eindruck getäuscht werden. Richtet man den Blick auf die Konturen und die dadurch näher kommen, merkt man sehr schnell, dass die Farbzeichnung des Hundes von untergeordneter Bedeutung ist. Wenn man jedoch den Blick auf die Tupfen richtet, welches für die Beurteilung der Tupfenqualität notwendig ist, sinken die Konturen zurück.

Betreffend der folgenden Farbzeichnungen von 2-5 kann man sich sehr gut vorstellen, dass eine hastige Beurteilung folgendermaßen lautet:
Spotting 2

Der Kopf sieht etwas schwer und kraftlos getragen aus. Der Hals wirkt grob. Die Schulter ist gerade gestellt und der Ellenbogen ausgedreht. Ein kurzer und flacher Brustkorb. Die Hinterhand ist recht gut, doch zu leicht im Verhältnis zu der schweren Vorderhand.
Spotting 3
Der Kopf wirkt etwas zu kurz, der Schädel vom Hauptwirbel abwärts überdimensioniert. Es ist schwer zu sehen, wo der Widerrist ansetzt. Der Hund wirkt in Ellenbogenhöhe etwas eng gestellt. Dieses gibt den Eindruck einer ausgedrehten Stellung der Vorderläufe. Ein flacher und weiter Brustkorb. Gesenkte Bauchlinie. Eine abfallende Kruppe und tief angesetzte Rute.
Spotting 4
Betonter Schädel. Wenig wacher Ausdruck. Schmale Nasenpartie. Das Ohr wirkt tief angesetzt. Kurzer und grober Hals. Zu massive und schwere Front. Gerade Hinterhandwinkelung. Wenig edel und „ Bauernhaft“ im Typ.
spotting 5
Lang gestreckter Kopf. Flache Stirn und ausgeprägter Stopp. Zu viel Lippen. Zu kräftiger Brustkorb und zu gewölbter Rücken über der Hinterhand. Der Hund gibt einen zusammen gehängten Eindruck und sieht hochgestellt aus. Zu stark gewinkelte Hinterhand. Dünne Extremitäten.
Standard body
Figur 1. Zeigt einen Dalmatiner, der sowohl in der Vor- als auch in der Hinterhand gut gewinkelt ist. Diese resultiert in einem längeren Hals, besserer Brusttiefe, einer stärkeren Lendenpartie und vor allem einem korrekten Bewegungsablauf.

Figur 2. Zeigt einen Dalmatiner mit gerade gestellter Schulter, gerade gestellten Oberarm und unzureichenden Winkeln der Hinterhand; speziell gilt dieses dem Kniewinkel. Dieses zusammen ergibt einen höhere Widerristhöhe ( 3-5 cm). Dieser Dalmatiner ist hochgestellt mit einem kurzen und zu wenig gewölbten Brustkorb, einem kurzen Hals und schlechten Knochenbau der Extremitäten.

Die gestrichelte Linien zeigen, auf welche Weise die Winkel die maximale Schrittlänge beeinflussen. Der Hund in der Figur 1 hat ohne Zweifel eine ausgreifende Schrittlänge mit guter Federung. Der Hund in Figur 2 bewegt sich mit kürzerem Schritt und ohne Federung. Dieser Gang ist außerdem unökonomisch, kann aber fälschlich als raumgreifend aufgefasst werden. Die kurzen Schritte führen dazu, dass die Bewegungen viel schneller wirken.

Text und Illustrationen: Copyright, Ann-Marie Hammarlund